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2689 Gratulationsartikel gefunden

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ARTIKEL:
  • Publikation: Bad Ischler Rundschau, 1.6.2005
  • Vorname: Friederike
  • Familienname: Swatos
  • Wohnort: Bad Ischl
  • Jubiläum: 90. Geburtstag
  • Geburtsdatum: 31.5.1915
  • Die historischen Zeitungsartikel zu diesem Gratulationsartikel. LESEN SIE NACH!

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1.6.2005

Bad Ischler Rundschau

Friederike Swatos, 90. Geburtstag

Friederike Swatos, Auböckplatz 12, feierte dieser Tage ihren 90. Geburtstag. Als Gratulanten stellten sich, neben Tochter Silvia Müller, auch Bürgermeister Helmut Haas und Vizebürgermeister Johann Panhuber ein. Am letzten Tag im Mai. Ihre 90 Jahre sieht man Friederike Swatos nicht an. Noch weniger sieht man ihr an, was sie alles erlebt und wen sie alles kennen gelernt hat. Doch bereitwillig erzählt die rüstige Dame, unterstützt von ihrer Tochter Silvia Müller, über ihr bewegtes Leben. Geboren wurde Friederike Swatos "am letzten Tag des Monats Mai" im Jahr 1915, noch während des 1. Weltkrieges, als sechstes Kind von Anna und Johann Georg Tiefenbacher, Bahnwärter in Langwies bei Ebensee. Ihre Volksschulzeit verbrachte sie in Bad Goisern, bevor sie die Frauengewerbeschule in Bad Ischl besuchte. Zu dieser Zeit knüpfte sie auch Kontakt zu dem bekannten Operettenkomponisten Emmerich Kálmán, den sie durch einen Ferialjob kennen lernte: "Ich verkaufte damals Walderdbeeren und kam dabei auch bei der Kálmán-Villa vorbei. Die damalige Lebensgefährtin Kálmáns kaufte mir gleich ein ganzes Körbchen ab." Freundschaft zu Kálmán und Lehár. Mit Franz Léhar entwickelte sich ein Briefkontakt, nachdem eine persönliche Freundschaft durch die Oberin der Schwesternschule vereitelt wurde. "Als ich 23 Jahre alt war, wurde anlässlich des 70. Geburtstags von Lehár ein Aufsatzwettbewerb veranstaltet." Friederike Swatos gewann den Wettbewerb, der Komponist besuchte sie in der Schwesternschule und lud sie in seine Villa ein. "Doch Lehár war ja bekanntlich Jude und die Schule unterstand einer deutschen Oberin, die das Treffen verbat. Wir blieben jedoch in Briefkontakt und ich erhielt immer wieder Post von ihm. Er gratulierte mir auch zur Geburt meiner Tochter", erinnert sich Friederike Swatos. Es ist also kein Wunder, dass sie sich der "leichten Muse" stets verbunden fühlte und ihrer Tochter schon frühzeitig - und ganz gegen den damaligen Trend von Beatles und Rolling Stones, die Liebe zur Operette einimpfte. Während ihrer Ausbildung zur Diplomkrankenschwester kam Friederike Swatos auch nach Dresden und Dortmund, wo sie die Schrecken des Bombenkrieges erlebte. Als Gemeindeschwester war sie in Kalsching bei Krumau tätig, zu Kriegsende im Lazarett in Bad Goisern. "Dort traf sie als Frühverwitwete - ihr erster Ehemann Kurt Schmitz fiel als SS Unterscharführer zu Kriegsbeginn - meinen Vater, Manfred Müller aus Frankfurt am Main. Er wurde nach dem Krieg Facharzt für innere Medizin. Die Ehe, belastet durch Nachkriegsprobleme, wurde geschieden und meine Mutter heiratete 1950 den Gemeindebeamten Albert Swatos, der ihr ein liebevoller Ehemann und mir ein guter Stiefvater war. Leider verstarb er bereits 1977", erzählt Tochter Silvia Müller. Während ihrer dritten Ehe war sie rührig wie stets als Nachtdienstschwester, beim Roten Kreuz und zuletzt als Hausbesorgerin im Lehár-Museum, samt Kassen- und Fremdenführung tätig. Die Gäste schätzten sie, insbesondere diverse Fernsehteams und der unvergleichliche Marcel Prawy, der im Lehár-Museum seinen ersten "Opernführer" - Zarewitsch - drehte. Schrecken des Krieges miterlebt. Sie war seine Zeitzeugin, immer für Anekdoten gut und so fürsorglich, wenn es wirklich museal kalt war in des großen Meisters schönem Haus. Mit Stolz blickt Silvia Müller auf ihre Mutter, bevor sie abschließend meint: "Ein dreifaches Hoch - bleibe mir und deinem geliebten Ischl ja noch lange erhalten!"
Gratulationsbild von Friederike Swatos
Foto: © Reinbacher
Gratulationsartikel: Bad Ischler Rundschau, 1.6.2005

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31.5.1915

Pester Lloyd

Paketsendungen mit der Feldpost

Im Publikum wird häufig die Klage laut, daß die Feldpostsendungen nicht immer ihren Bestimmungsort erreichen. Die Ursache liegt hauptsächlich in der mangelhaften Verpackung, infolge derer der Inhalt der Pakete noch während des Transports verloren geht oder die Adressen vollständig unleserlich werden. Die Postämter wurden deshalb angewiesen, für die Feldpost nur Sendungen zu übernehmen, die vorschriftsmäßig in starker Leinwand, Leinwandpapier, Holz- oder dauerhaften Kartonhüllen gepackt und mit Spagat mehrfach fest umwunden sind. Das Publikum wird ferner ersucht, die Sendung von dem raschen Verderben ausgesetzten Lebensmitteln nach dem Kriegsschauplatze zu meiden, da diese in den meisten Fällen vor der Ankunft verderben und täglich hunderte solcher Pakete vernichtet werden müssen.
Historischer Zeitungsartikel: Pester Lloyd, 31.5.1915

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31.5.1915

Pester Lloyd

Der Fensterscheibenhut.

Der Fensterscheibenhut, eine neue, anmutige Spielerei amerikanischer Modelaune, ist eine Nachahmung der großen Hauben, die die elegante Frau des achtzehnten Jahrhunderts zu ihrem Morgenkleide trug. Aus duftigen Gazestoffen ist er gefertigt. Hoch über der Stirn baut sich das zarte Gewölb in Puffen und Falten auf und zieht dann wieder an den Schläfen hinunter, Haar und Ohr mit seinen breiten gefältelten Binden verdeckend.

Bescheiden kleine Rosenknospen zieren, zur Girlande vereint, als koketter Farbfleck zusammen mit einer Schleife die Stelle, wo sich der Hinterkopf des aufgewölbten Haubengewölbes mit den seitlichen Flügeln wieder vereinigt. Auch über den Augen schlingt sich eine Knospenkette durch die weichen Falten und Raffungen, unter dem großen Gazepuff hervorlugend, der auf der Stirn der Haube thront. Tief herabsinkend würde das weite Gewölb des Stirnteiles wie ein überhängendes Dach das Gesicht seiner Trägerin bis zu den Lippen verhüllen.

Die originelle Art, auf die das verhindert ist, hat dem Hut seinen Namen des Fensterscheibenhutes eingetragen. An diese Stelle ist nämlich eine Scheibe aus silberglänzendem Zelluloid eingefügt und dieses Zelluloid ist mit einer dünnen Lage pfauenblauen Tülls bekleidet. Dieses schimmernde Blau ist dazu bestimmt, den Augen der Trägerin, die hinter diesem "Visier der Koketterie" schimmern, mit seiner zarten Färbung noch einen besonderen, mystischen Reiz zu verleihen.

Historischer Zeitungsartikel: Pester Lloyd, 31.5.1915

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